Wer Musik machen will, geht in die Musikschule? So einfach ist es nicht. Trotz Unterstützungsbeiträgen von Bund, Kanton und Gemeinden müssen Eltern einen Teil der Musikschulkosten selbst tragen. Deshalb ist der Besuch einer Musikschule nicht für alle Kinder gleichermassen zugänglich. Die Schule ist deshalb weit mehr als ein zusätzlicher Ort musikalischer Bildung. «Der Musikunterricht ist für viele Kinder der einzige Ort des organisierten Musiklernens», sagt Esther Bläsi-Huber, Dozentin für Rhythmik und Lehrgangsleiterin an der Pädagogischen Hochschule Graubünden.
Musikunterricht eröffnet Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Kultur und künstlerischem Ausdruck. Dabei geht es längst nicht mehr nur um gemeinsames Singen. Ein zeitgemässer Unterricht verbindet Hören, Bewegen, Tanzen und Musizieren mit Erfinden und Gestalten. Die Schülerinnen und Schüler sollen bereits existierende Musik nicht bloss nachahmen, sondern eigene Ideen entwickeln und gemeinsam etwas entstehen lassen.
Damit solche Prozesse gelingen, braucht es Lehrpersonen, die Begeisterung vermitteln und unterschiedliche musikalische Voraussetzungen einbeziehen können. Virtuosität ist nicht entscheidend. Wichtiger sind die Leidenschaft für Musik und eine solide Basis an musikalischen Grundfertigkeiten, erklärt Bläsi-Huber. Denn eine Klasse in einen musikalischen Arbeitsprozess zu führen, verlangt Präsenz, methodische Sicherheit und eigenes gestalterisches Können.
Hier setzt der CAS Musik der Pädagogischen Hochschule Graubünden an. Der zweijährige Lehrgang richtet sich an musikinteressierte Lehrpersonen der Volksschule. Die Teilnehmenden vertiefen ihre musikpraktischen und fachdidaktischen Kompetenzen und entwickeln ihren Unterricht unmittelbar in der Praxis weiter. Sie musizieren, improvisieren und gestalten, arbeiten in Lerngruppen und CoLearning-Sessions, besuchen sich gegenseitig im Unterricht und werden persönlich begleitet. Zum Abschluss konzipieren und realisieren sie eine eigene musikalische Produktion.
Der nächste CAS Musik der PH Graubünden startet im Sommer 2027. Interessierte können sich hier eintragen.