Bündner MINT-Woche
137 Schulkinder tüfteln, programmieren und experimentieren in den Herbstferien

Wie werden mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen in der Berufswelt angewendet? Dieser Frage gingen Schüler:innen der 3. bis 6. Klasse während der Bündner MINT-Woche vom 12. bis 16. Oktober 2026 nach. Das Angebot der Pädagogischen Hochschule Graubünden und ihrer 14 Partner aus der Bündner Wirtschaft verzeichnete 137 Anmeldungen – 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Rund jedes dritte Kind war schon einmal dabei: Von den 137 Schüler:innen, die sich für die diesjährige Bündner MINT-Woche anmeldeten, nahmen 48 bereits mindestens zum zweiten Mal teil. 89 Kinder meldeten sich erstmals an. Der Mädchenanteil lag mit etwa 30 Prozent etwas tiefer als im Vorjahr.

Während der MINT-Woche beschäftigten sich die Kinder mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) und lösten gemeinsam praxisnahe Aufgaben. An der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) lernten sie spielerisch die Grundlagen kennen. Wie diese in der Berufswelt angewendet werden, erlebten sie bei 14 Kooperationspartner aus der Bündner Wirtschaft. So erfuhren die Teilnehmer:innen beispielsweise, wozu mathematische Kenntnisse oder Programmierfähigkeiten in der Praxis gebraucht werden, und erhielten Einblicke in verschiedene technische Berufe. Je nach Angebot lernten sie, wie aus Kunststoffgranulat ein fertiges Bauteil entsteht, wie sich Strom aus Wasser, Wind oder Sonnenenergie gewinnen lässt und wie man einen Roboter programmiert, damit er selbständig Aufgaben löst.

 

Von der LED-Lampe bis zum Kraftwerk

Das Programm der Bündner MINT-Woche war über verschiedene Regionen des Kantons verteilt. Bei der Graubündner Kantonalbank und Inventx in Chur beschäftigten sich die Kinder mit Informatik, digitalen Prozessen und Sicherheitsfragen. Bei Hamilton in Bonaduz löteten sie Leiterplatten, programmierten und fertigten ein eigenes Produkt an. Bei der Rhätischen Bahn und login Berufsbildung in Landquart stellten sie Werkstücke und Steuerungen her und erhielten Einblicke in die Hauptwerkstätte der RhB. An der PHGR beschäftigten sie sich unter anderem mit LEGO-Robotern, Smartphone-Apps und mathematischen Aufgaben.

Weitere Angebote fanden im Val Poschiavo und im Val Müstair statt. Im Val Poschiavo beschäftigten sich die Kinder während eines MINT-Camps bei Repower mit erneuerbaren Energien. Im Val Müstair gestalteten 13 Kinder aus der Region gemeinsam mit der Biosfera Val Müstair und drei regionalen Unternehmen Gehstelzen: Bei der Aimara AG entwickelten sie das Design, bei der Tschenett AG fertigten sie die Einzelteile und in der Schreinerei der Pichalain AG bauten sie diese schliesslich zusammen. Damit war die Bündner MINT-Woche in allen drei Sprachregionen des Kantons vertreten und bot Aktivitäten auf Deutsch, Romanisch und Italienisch an.

 

Gemeinsam tüfteln und Lösungen finden

Bei der Bündner MINT-Woche geht es nicht nur darum, technische Geräte kennenzulernen oder Werkstücke herzustellen. Die Kinder setzen sich mit offenen Problemstellungen auseinander und entwickeln gemeinsam neue Lösungswege. Dabei fördern sie ihre fachlichen MINT-Kompetenzen und gleichzeitig ihre überfachlichen Kompetenzen, wie personale, soziale und methodische Kompetenzen. 

Eine Besonderheit der Bündner MINT-Woche ist die enge Zusammenarbeit zwischen Bildung und Wirtschaft. Lernende und Fachpersonen der beteiligten Unternehmen, Studierende der PHGR und erfahrene Lehrpersonen begleiten die Kinder gemeinsam. Für die angehenden Lehrpersonen bietet das Projekt die Gelegenheit, praktische Erfahrungen in der Vermittlung von MINT-Inhalten zu sammeln. Die Erkenntnisse aus der MINT-Woche fliessen zudem in die Weiterbildung von Lehrpersonen ein. Gleichzeitig ermöglicht das Projekt der PH Graubünden, die Wirksamkeit der Lernangebote wissenschaftlich zu überprüfen.

«Für das Gelingen der Bündner MINT-Woche arbeiten Menschen zusammen, die im Alltag nur wenige Berührungspunkte haben», sagt Beatrice Koller, Projektleiterin der Bündner MINT-Woche. «Besonders schön sind die leuchtenden Augen der Kinder, wenn sie ihre Entdeckungen teilen oder stolz ein Werkstück präsentieren. Gleichzeitig können angehende Lehrpersonen erleben, wie sie mit ihrem pädagogischen Handeln etwas bewirken.»

 

Seit über zehn Jahren gemeinsam für den MINT-Nachwuchs

Die Bündner MINT-Woche ist seit mehr als zehn Jahren etabliert. Die PHGR organisiert das Angebot gemeinsam mit Partnern aus der Bündner Wirtschaft. Die Zusammenarbeit ermöglicht Kindern aus verschiedenen Regionen des Kantons, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ausserhalb des Schulzimmers kennenzulernen und unterschiedliche Berufsfelder zu entdecken.

Mit der Bündner MINT-Woche leisten die PHGR und ihre Kooperationspartner einen Beitrag zu einer langfristigen MINT-Förderung und zur Nachwuchsförderung in technischen Berufen.

Kooperationspartner der Bündner MINT-Woche 2026

Die PH Graubünden hat zusammen mit folgenden Unternehmen und Organisationen acht verschiedene Wochenprogramme im Rahmen der Bündner MINT-Woche angeboten:

  • EMS-Chemie AG und Keller Laser AG
  • Georg Fischer Rohrleitungssysteme AG, Seewis-Pardisla
  • Graubündner Kantonalbank und Inventx AG, Chur mit Repower AG, Küblis
  • Hamilton AG, Bonaduz
  • Repower AG, Val Poschiavo (MINT-Camp-Lagerwoche)
  • Rhätische Bahn AG und login Berufsbildung AG, Landquart
  • TRUMPF Schweiz AG, Grüsch
  • Val Müstair: Aimara AG, Pichalain AG, Tschenett AG und Biosfera Val Müstair

Forschung & Entwicklung: MINT-Projekte

Mit der MINT-Förderung setzt sich die PH Graubünden zum Ziel, dass angehende wie auch erfahrene Lehrpersonen die neuen Technologien kennen, diese anwenden und im Unterricht einsetzen können. Die Lehrer:innen werden für MINT-Inhalte begeistert und befähigt, diese Kompetenzen ihrer Schüler:innen wirksam zu fördern.

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Professur: Mathematikdidaktik

Die Professur für Mathematikdidaktik sowie die Arbeitsgruppe MINT setzt sich für die Lehre und Forschung in der Mathematik und der Informatik ein. Die Mitglieder der Gruppe sind in der Lehre an verschiedenen Modulen der Mathematik und der Informatik beteiligt und bieten zudem regelmässige Weiterbildungen an. In der Forschung stehen aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen zum Lehren und Lernen mit digitalen Mathematikwerkzeugen sowie zu ausserschulischen MINT-Lernorten im Fokus. Das schliesst auch die Entwicklung und Erprobung von unterrichtsnahen digitalen Lernumgebungen ein.

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