Interview
Mobilitätserfahrungen fördern und unterstützen

Internationale Erfahrungen und Austauschprogramme erweitern den Horizont – persönlich, sprachlich und pädagogisch. Im Interview gibt Fabiana Calsolaro, Koordinatorin für Mobilität an der Pädagogische Hochschule Graubünden, Einblick in Möglichkeiten und Chancen der Mobilität.

Weshalb lohnt sich Mobilität?

Die PH Graubünden möchte Ihren Studierenden frühzeitig die Chancen von Mobilitätserfahrungen aufzeigen und ihr Interesse dafür wecken. Mobilitätserfahrungen sind heute ein zentraler Bestandteil der Berufsbildung. In der Lehrerinnen- und Lehrerbildung bieten Aufenthalte in anderen Institutionen, Regionen oder Ländern die Möglichkeit, unterschiedliche Systeme kennenzulernen. Gleichzeitig fördern sie Sprachkompetenz, interkulturelle Sensibilität und Reflexionsfähigkeit. Mobilität fördert Selbstständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Problemlösekompetenz – alles Fähigkeiten, die sowohl im Beruf als auch im Alltag wichtig sind.  

Wie unterstützt die PH Graubünden Studierende oder Mitarbeitende im Bereich Mobilität?

Die Studierenden der PH Graubünden können das vierte Semester des Bachelorstudiums an einer Partnerhochschule in der Schweiz, Europa und Weltweit absolvieren. Es gibt zudem weitere Mobilitätsangebote an Hochschulen in der Schweiz oder an Partnerhochschulen im Ausland. Das International Office (IO) der PH Graubünden koordiniert die Partnerschaften und berät Interessierte. Es ist auch die erste Anlaufstelle für alle externen Studierenden und Mitarbeitenden, die sich für ein Austauschsemester oder ein Kurzzeitprogramm bei uns interessieren.

Werden Mobilitätserfahrungen auch finanziell unterstützt?

Das International Office der PH Graubünden arbeitet mit der nationalen Agentur Movetia zusammen, die im Auftrag von Bund agiert. Movetia fördert und unterstützt Austauschprojekte im Bildungsbereich auch finanziell. 

Die Mobilität von Studierenden und Personal der PH Graubünden wird von Movetia über zwei Programme finanziert:

Das Swiss-European Mobility Programme (SEMP) ermöglicht Studien- und Praktikumsaufenthalte für Studierende sowie Lehr- und Weiterbildungsaufenthalte für Hochschulpersonal im Ausland und den Empfang internationaler Gäste. Die Mobilitätsformate reichen von klassischen Semestern und Praktika bis zu BIP (Blended Intensive Programmes), die virtuelle Zusammenarbeit mit Kurzaufenthalten kombinieren.

Das Nationale Austausch für angehende Lehrpersonen (NALE) ermöglicht es zukünftigen Lehrpersonen und jungen Absolventinnen und Absolventen, Praktika oder Semesteraufenthalte in einer anderen Sprachregion der Schweiz oder in Schweizer Schulen im Ausland zu absolvieren. Das Programm fördert auch Kooperationen zwischen den Institutionen und stärkt damit sowohl die nationale Mobilität als auch die Mehrsprachigkeit.

Studierende, die ein Mobilitätssemester absolviert haben, sagen...

Lukas Ackermann, Gastsemester an der Uni Erfurt:
«Neue Menschen, neue Perspektiven»

Dank der guten Organisation, der Unterstützung durch das International Office, des Buddy-Programms und der Einführungswoche lebte ich mich rasch ein. Durch neue Begegnungen und Perspektiven profitierte ich persönlich und akademisch enorm. Freundschaften und der Austausch – auch mit Dozierenden – haben meinen Blick erweitert. Das International Office der PH Graubünden sowie auch in Erfurt reagierte immer sehr schnell und hilfreich auf meine E-Mails. Insgesamt hatte ich nie das Gefühl, bei Fragen allein dazustehen.

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Jasmin Wismer, Gastsemester an der PH Fribourg:
«Tolle und lehrreiche Erfahrung»

Es gab mehrere entscheidende Momente. Besonders die gemeinsamen Mittagessen und Treffen am Abend sowie Gespräche zwischen den Modulen mit neuen Freund:innen prägten diese Zeit. Ein Schlüsselmoment war meine Präsentation am letzten Tag – dort realisierte ich, wie stark sich mein Französisch verbessert hat. Gleichzeitig lernte ich, auch schwierigere Situationen selbstständig anzugehen und zu bewältigen. Für mich ist klar: Ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.

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Seraina Lony, Gastsemester an der San Diego State University:
«Eines der schönsten und prägendsten Halbjahre meines Lebens»

Vor dem Gastsemester hatte ich grosse Sorgen: ob mein Englisch im Studium reichen würde, wie ich mit der Distanz zur Schweiz und der langen Zeit ohne Familie und Freund:innen umgehen und mich in einer neuen Umgebung zurechtfinden könnte. Rückblickend legten sich diese Befürchtungen schnell. Der Einblick in andere Kulturen ist ein grosser Mehrwert für unseren Beruf, da er uns später hilft, unsere Schüler:innen besser zu begleiten und auf ihre unterschiedlichen Lebenswelten einzugehen.

Besonders geprägt hat mich die wertschätzende Beziehung zwischen Dozierenden und Studierenden, die mich in meinem Wunsch bestärkt, später selbst auf Augenhöhe zu unterrichten.

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Mobilität: International Office

Das International Office (IO) der PH Graubünden ist Teil der Stabsstelle Kantonssprachen. Es koordiniert die Partnerschaften der Hochschule mit anderen auf Bildung spezialisierten Hochschulen in der Schweiz und im Ausland. Das IO fördert die Mobilität und koordiniert alle Austauschmöglichkeiten für Studierende und für das Personal der PH Graubünden (Outgoing) und ist auch die erste Anlaufstelle für alle externen Studierenden und Mitarbeitenden, die sich für ein Austauschsemester oder ein Kurzzeitprogramm an der PH Graubünden interessieren (Incoming).

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