Was war Ihre grösste Erwartung und Befürchtung vor der Abreise?
Vor der Abreise wollte ich vor allem mein Englisch im Alltag und im Studium verbessern und ein neues Hochschulsystem kennenlernen. Gleichzeitig hatte ich Zweifel: Reichen meine Sprachkenntnisse? Wie komme ich mit der Distanz zur Schweiz und dem neuen Umfeld zurecht?
Diese Sorgen verschwanden schnell. Mein Englisch verbesserte sich rasch, und ich fand mich schneller als erwartet im Alltag zurecht. Die Distanz half mir, selbstständiger zu werden und mehr Vertrauen in mich zu entwickeln. Rückblickend waren viele meiner Befürchtungen unbegründet.
Welcher Moment hat Sie dazu gebracht zu sagen: «Ich würde diese Entscheidung wieder treffen»?
Es gab nicht den einen Moment – vielmehr waren es viele kleine und grosse Erlebnisse. Das Semester gehört zu den prägendsten Zeiten meines Lebens. Besonders der Austausch mit internationalen Studierenden und das Eintauchen in eine andere Kultur haben meinen Horizont erweitert. Für den Lehrberuf ist diese interkulturelle Erfahrung ein grosser Gewinn, da sie hilft, Schüler:innen besser zu verstehen.
Wie hat das Auslandsemester Ihren Studienverlauf und Ihre Zukunftsvision beeinflusst?
Ich konnte spannende Fächer belegen und ein neues Bildungssystem kennenlernen. Beeindruckend war die enge und unterstützende Beziehung zwischen Dozierenden und Studierenden. Das hat mich darin bestärkt, später selbst eine Lehrperson zu sein, die Wert auf Vertrauen und Austausch legt.
Persönlich habe ich gelernt, selbstständig zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und offen auf Neues zuzugehen. Das Semester bedeutete für mich, Neues zu entdecken, über mich hinauszuwachsen und unvergessliche Erfahrungen zu sammeln.
Was würden Sie einem unentschlossenen Kollegen oder einer unentschlossenen Kollegin raten, die noch denken: «Es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt?»
Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt als während des Studiums. Auch wenn es Mut braucht, lohnt es sich, die Komfortzone zu verlassen. Ein Auslandssemester bietet einmalige Erfahrungen und persönliche Entwicklung. Den «perfekten Zeitpunkt» gibt es nicht – man sollte die Chance einfach nutzen.
Unterstützung
Die Gastuniversität war sehr gut organisiert und unterstützend. Da es keine offizielle Partnerschaft gab, musste ich vieles selbst organisieren, was mich zusätzlich gestärkt hat. Gleichzeitig konnte ich mich immer auf die Unterstützung meiner Heimatuniversität verlassen.