Was war Ihre grösste Erwartung und Befürchtung vor der Abreise und wie hat die Auslandserfahrung diese verändert?
Vor meiner Abreise erwartete ich vor allem neue fachliche Impulse und Einblicke in ein anderes Hochschulsystem. Gleichzeitig hatte ich Respekt vor der Umstellung auf eine neue Stadt und ein neues Umfeld. Diese Unsicherheiten legten sich jedoch schnell. Durch gute Vorbereitung, eine Einführungswoche und die Unterstützung vor Ort fand ich rasch Anschluss und entwickelte schnell eine Routine. Viele organisatorische Dinge waren einfacher als gedacht, sodass ich mich von Anfang an gut aufgehoben fühlte.
«Warum ich es wieder tun würde…»
Besonders prägend waren die Menschen, die ich kennengelernt habe. Aus ersten Begegnungen entstanden echte Freundschaften, die bis heute bestehen. Gemeinsame Ausflüge und Erlebnisse machten das Semester unvergesslich. Auch die Stadt Erfurt mit ihrer Mischung aus ruhigem Campusleben und lebendigem Zentrum bot ideale Bedingungen. Diese Kombination aus sozialen Kontakten, neuen Eindrücken und persönlichem Wachstum machen für mich klar: Ich würde mich jederzeit wieder so dafür entscheiden.
Inwiefern hat das Auslandssemester Ihre akademische Laufbahn sowie Ihre beruflichen und persönlichen Zukunftspläne geprägt?
Das Semester hat mir geholfen, meine Interessen zu schärfen und neue Perspektiven zu gewinnen. Besonders spannend war der Einblick in ein anderes Schulsystem. Ein Highlight war ein Kurs zum Bauernkrieg, bei dem ich gelernt habe, komplexe Inhalte für den Unterricht verständlich aufzubereiten.
Der Austausch mit Dozierenden und Studierenden war fachlich und persönlich sehr bereichernd. Gleichzeitig bin ich selbstständiger geworden, habe gelernt, schneller Entscheidungen zu treffen und mich in neuen Situationen sicher zu bewegen. Alles Fähigkeiten, die mich im weiteren Studium und im Beruf begleiten werden.
Was würden Sie Mitstudierenden raten, die ein Auslandssemester in Erwägung ziehen, aber noch unsicher sind oder glauben, dass es gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist?
Wenn du Interesse an einem Auslandssemester hast, ist es wahrscheinlich genau der richtige Zeitpunkt. Den «perfekten Moment» gibt es selten. Auch wenn es Mut und etwas Organisation braucht, lohnt sich der Schritt in jedem Fall. Man wächst persönlich, sammelt wertvolle Erfahrungen und gewinnt neue Perspektiven. Vieles wird schneller zur Normalität, als man denkt. Und die Erinnerungen bleiben ein Leben lang.
Inwieweit haben Sie sich während Ihres Auslandssemesters von der Gastuniversität und der Heimatuniversität unterstützt gefühlt?
Ich habe mich während meines Auslandssemesters sowohl von der Uni Erfurt als auch von der PH Graubünden sehr gut unterstützt gefühlt. Bereits vor der Abreise gab es hilfreiche Online-Infoveranstaltungen, und die International Offices in Chur und Erfurt reagierten stets schnell auf meine Fragen.
Vor Ort erleichterten mir ein Buddy-Programm und eine Einführungswoche den Start und das Ankommen enorm. Die Heimatuniversität unterstützte mich zudem bei organisatorischen Themen. Insgesamt hatte ich jederzeit das Gefühl, gut begleitet zu sein, auch wenn Eigeninitiative gefragt war.