Madlaina Demarmels, Bewegung, 1983, Acryl auf Faltwand, am Gebäude der Pädagogischen Hochschule Graubünden

Malerei auf Faltwand
Bewegung (1983)

Der Gebäudekomplex der PH Graubünden wurde vom Architekten einst mit «Felsblöcken in der Rüfe» verglichen – ein Bild, das auf die ursprüngliche Landschaft des heutigen Loëquartiers verweist: eine von Murgängen geprägte Schutthalde in stetiger Bewegung. Diese Vorstellung von Materie im Wandel bildet einen konzeptuellen Bezugspunkt für Madlaina Demarmels Wandmalerei im Foyer des Hauptgebäudes.

Das Werk zeigt ein abstraktes Gebilde aus schwarzen und silbergrauen Elementen, die kantig ineinandergreifen und die Flächigkeit der Wand aufbrechen. Trotz der Abstraktion wirkt die Form körperhaft, beinahe figürlich mit Kopf und Rumpf. Weisse Linien und lose Splitter verstärken die dynamische Wirkung des Objekts, das sich auf hellblauem Grund schräg nach oben bewegt.

Im Kontext der Hochschule lässt sich die Arbeit auch sinnbildlich lesen: als Prozess des Aufbrechens, Absplitterns und Vorankommens. Der schmale, rot leuchtende Schlitz im Zentrum des Bildes erinnert dabei sowohl an eine Verletzung als auch an ein inneres Glühen. Lernen erscheint hier als anspruchsvoller Weg, der Kraft kostet, zugleich aber jene Energie freisetzt, die Bewegung und Entwicklung ermöglicht.

Madlaina Demarmels, Bewegung, 1983, Acryl auf Faltwand, am Gebäude der Pädagogischen Hochschule Graubünden
Madlaina Demarmels, Bewegung, 1983, Acryl auf Faltwand, am Gebäude der Pädagogischen Hochschule Graubünden

Architektur und Kunst als Einheit: Kunst am Bau

Das Gebäude der PHGR braucht Kunst! – sagte sich der Architekt Robert Obrist (1937-2018). Dieses Verständnis von Architektur und Kunst als Einheit setzte er 1983 beim Bau der Pädagogischen Hochschule Graubünden um, die damals noch Bündner Frauenschule hiess.

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