Schule in der Gesellschaft von morgen
Ostschweizer Schulleitungsforum 2026

Die Schule als Ort der sozialen Integration und des gesellschaftlichen Zusammenhalts steht im Zentrum des zweitägigen Ostschweizer Schulleitungsforums, das diesen Herbst in Rorschach stattfindet. Eröffnet wird die Veranstaltung vom Bildungssoziologen und Bildungsforscher Prof. Dr. Achim Brosziewski.

Datum

29.10.2026 - 30.10.2026

Zeit

Do: 14.00 - 18.30 Uhr, Fr: 08.30 - 16:30 Uhr

Ort

Rorschach, PH St.Gallen

Anmeldeschluss

30.08.2026

Veranstalter

Netzwerk Schulführung

Schule in der Gesellschaft von morgen

In einer zunehmend pluralistischen und polarisierten Gesellschaft kommt der Schule eine entscheidende Rolle zu: Sie ist nicht nur Bildungsinstitution, sondern auch ein Ort der sozialen Integration und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Welche gemeinschaftlichen Aufgaben kann die Schule übernehmen? Und: Wie kann sie diesen Herausforderungen gerecht werden, ohne ihre Stabilität und Kontinuität zu gefährden? 

Programm

Donnerstag, 29.10.2026

ab 14:00 Uhr 
Eintreffen bei Kaffee und Kuchen

14:30 Uhr 
Tagungseröffnung

Grusswort Horst Biedermann, Rektor Pädagogische Hochschule St.Gallen

keynote I «Gesellschaft, Bildung und Schule: Wie sortieren sich die Ansprüche an Schule?»
Prof. Dr. Achim Brosziewski, Bildungssoziologe

Nachgang

16:15 Uhr
Pause, Austausch

16:45 Uhr
Workshops | Runde 1

18:15 Uhr
Schlussrunde und Ausblick

18:30 Uhr
Abschluss

ab 19:00 Uhr
gemeinsames Nachtessen (fakultativ)
Restaurant Löwengarten, Rorschach

Freitag, 30.10.2026

ab 08:30 Uhr
Eintreffen bei Kaffee und Gipfeli

09:00 Uhr 
keynote II «Gemeinsinn: Warum er für unsere Demokratie unerlässlich ist»
Dr. Barbara Bleisch, Philosophin

Nachgang

10:30 Uhr
Pause, Austausch

11:00 Uhr
Workshops | Runde 2

12:30
Mittagessen

13:45 Uhr 
Good-Practise | Einblicke in Schulen

15:15 Uhr 
Pause, Austausch

15:30 Uhr
Schlusspunkt

16:30 Uhr
Tagungsabschluss

Keynotes

Gesellschaft, Bildung und Schule: Wie sortieren sich die Ansprüche an Schule? (Prof. Dr. Achim Brosziewski)

Donnerstag, 29. Oktober 2026
Prof. Dr. Achim Brosziewski, Bildungssoziologe

Auch wenn Bildung und Schule oft in einem Atemzug genannt werden, stehen beide in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. 
Ansprüche anzumelden und Verantwortlichkeiten zu bestimmen ist nicht selten ein recht unübersichtliches Geschehen.
Hilft die Perspektive namens «Gesellschaft», das Feld ein wenig zu sortieren?

Achim Brosziewski, im Laufe der Jahre Schüler, Aktivist, Postbote, Journalist, Volkswirt, Soziologe, Bildungsforscher und nun auch Podcaster (radio-gesellschaftstheorie.org).

Gemeinsinn: Warum er für unsere Demokratie unerlässlich ist (Dr. Barbara Bleisch)

Freitag, 20. September 2024
Dr. Barbara Bleisch, Philosophin

In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung zeigt sich: Demokratie braucht mehr als Institutionen und Verfahren – sie braucht Gemeinsinn als jenen sozialen Kitt, der uns zusammenhält. 
Barbara Bleisch fragt in ihrer keynote, worin Gemeinsinn besteht, wie wir ihn anregen und befördern können und welchen Beitrag die Schule zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann. 
Wie können Menschen befähigt werden, Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft zu übernehmen?

Barbara Bleisch ist promovierte Philosophin und Autorin. Sie moderiert die «Sternstunde Philosophie» sowie den Podcast «Zimmer 42» (SRF). Ausserdem ist sie Dozentin für Ethik in verschiedenen universitären Weiterbildungsstudiengängen.

Workshops

Gesellschaft, Bildung, Schule: Ansprüche sortieren

Achim Brosziewski

Die Keynote des ersten Tages vertiefend sollen drei Aspekte gemeinsam ausgelotet werden.

  1. Gesellschaftliche Ansprüche an Bildung sind breit gestreut. Für die Schule stellt sich damit die Frage, ob und wie sie sich als «gesellschaftlich beauftragt» verstehen kann.
  2. Ansprüche sind leicht anzumelden, Verantwortlichkeiten zu bestimmen hingegen ist weitaus schwieriger. Sind wirklich alle, die «Anspruchsgruppen» bilden wollen, dazu in der Lage?
  3. Gesellschaft findet nicht nur «draussen», sondern auch in der Schule selbst statt. Wie kann man sich das genauer vorstellen?

Neue Unterrichtsmodelle. Was genau wird mit «neu» künftig besser?

Benjamin Betschart

Zentrale Erkenntnisse aus Wissenschaft, Forschung und der Praxis zu schulischem Lernen 

Der Workshop nimmt sich der (notwendigen) Expertise zu schulischem Lernen von Lehrerinnen und Lehrern an, im Wissen, dass «guter» Unterricht zwar auf vielfältige, aber weder auf beliebige noch unprofessionelle Weise realisiert werden kann.

Der Workshop ist wie folgt strukturiert:

  1. Input: Zentrale Erkenntnisse zu schulischem Lernen
  2. Diskussion der zentralen Erkenntnisse mit Bezug auf neue Unterrichtsmodelle und verbreitete Fehlannahmen zu schulischem Lernen
  3. Implikationen für Schulleiterinnen und Schulleiter mit Blick auf die Expertise von Lehrerinnen und Lehrern

Was könnte partizipative Führung in Schulen bedeuten?

Katja Breitenmoser

Dezentrale Entscheidungen und rollenbasierte Verantwortung als Schulkultur

Dieser Workshop erkundet, wie wir Schulen als Organisationen so gestalten und führen können, dass Verantwortung dorthin wandert, wo die Kompetenz ist. 
Mit Impulsen aus der Soziokratie 3.0 erproben wir dezentrale Entscheidungsprozesse und rollenbasierte Zusammenarbeit – als Führungskultur, die Partizipation praktiziert. 
Und wir befassen uns mit den Chancen und Risiken partizipativer Führung.

Demokratie braucht Dissenstauglichkeit

Andreas Stadelmann

«Ich brauch keine Opposition, ich bin selber schon Demokrat.» (Gerhard Polt)

Konflikte sind Merkmal und Grundpfeiler einer offenen Gesellschaft.

  • Was bedeutet Kontroversität?
  • Welche kontroversen Themen beschäftigen die Menschen?
  • Wie gehe ich in Unterricht und Schule mit kontroversen Themen um?
  • Wie gestalte ich Schule und Unterricht, damit Kinder konsensfähig und dissenstauglich werden?
  • Welchen Beitrag kann Politische Bildung und Demokratiebildung dazu leisten?

Soziales Lernen passiert nicht einfach: Es wird gestaltet.

Andrea Schweizer

Schulen sind zentrale Lebensräume für soziales Lernen, doch im Alltag bleibt dieses oft dem Zufall überlassen oder wird delegiert. Gleichzeitig wird von Kindern und Jugendlichen erwartet, soziale Kompetenzen zu entwickeln – Fähigkeiten, die auch Erwachsene nicht immer selbstverständlich beherrschen. 
Wenn soziales Lernen mehr sein soll als ein Anspruch, stellt sich die Frage nach Verantwortung und bewusster Gestaltung. Welche Rollen spielen Schulleitung, Lehrpersonen, Schulsozialarbeit und Eltern? Und wie gelingt eine nachhaltige Zusammenarbeit? 
Der Workshop bietet praxisnahe Impulse, fördert Austausch und diskutiert Ansätze, soziales Lernen verbindlicher im Schulalltag zu verankern.

Digitale Gewalt verstehen und wirksam handeln

Binh Tschan und Rahel Fenini

Digitale Gewalt betrifft zunehmend auch den Schulalltag. 
Die Teilnehmenden erhalten einen kompakten Überblick über Formen, Dynamiken und Ursachen – von der «Manosphere» bis zu problematischen «weiblichen» Rollenbildern in den sozialen Medien (z.B. die sogenannte «Tradewife»-Bewegung). 
Der Workshop zeigt konkrete Hilfsangebote und mögliche Handlungsoptionen für Prävention und Intervention auf, stärkt die Reflexion von Geschlechterrollen und unterstützt Sie dabei, Ihre Schule als sicheren Lernraum aktiv zu gestalten.

An wen richtet sich die Tagung?

An alle Schulleitungen, Lehrpersonen und Bildungsinteressierte.

Anmeldung

Die Anmeldung für das Schulleitungsforum 2026 erfolgt elektronisch über die Webseite des Netzwerks Schulführung.

Organisation

Auskünfte

Patricia Pachler, patricia.pachler@phsg.ch, 071 243 94 02

Tagungsleitung

PHSG, Prorektorat Weiterbildung und Dienstleistungen
Michael Zwahlen, michael.zwahlen@phsg.ch, 071 858 71 23

 

Über das Ostschweizer Schulleitungsforum

Das Ostschweizer Schulleitungsforum ist eine gemeinsame Initiative der Pädagogischen Hochschulen Graubünden, St. Gallen und Thurgau. Ziel des Forums ist es, Schulleitungen eine Plattform zum Austausch von Ideen, Erfahrungen und bewährten Praktiken zu bieten und sie bei ihren Führungsaufgaben zu unterstützen.

Gemeinsam lernen: Schulinterne Weiterbildungen

Sie interessieren sich für eine schulinterne Weiterbildung für Ihr Schulhaus-Team? Gerne nehmen wir Ihr Anliegen entgegen. In einem Beratungsgespräch können wir gemeinsam den inhaltlichen Fokus besprechen und passende Formate für die Umsetzung festlegen. Die Inhalte können sich an den Ergebnissen einer Schulevaluation oder an allfällig laufenden Schulentwicklungsprojekten orientieren.

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CAS/DAS: Schulleitung

Schulleiter:innen setzen Impulse. Sie begreifen Schule als attraktiven Lern- und Bildungsraum und verstehen es, bestehende und zukünftige Anforderungen im Bildungssystem mit den Mitarbeitenden erfolgreich anzupacken. Als Schulleiter:in gestalten Sie Veränderungsprozesse und unterstützen kooperative, wirksame und ressourcenorientierte Lösungen.

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Masterstudium: Schulentwicklung

Gesellschaftlicher Wandel prägt Schulen und stellt sie vor Herausforderungen. Als Schulentwickler:in sind Sie aktiv daran beteiligt, Entwicklungsschritte zu initiieren und neue Abläufe zu definieren. Das Masterstudium Schulentwicklung in Kooperation mit anderen Hochschulen qualifiziert Sie zu Expert:innen der Schulentwicklung auf nationalem und internationalem Niveau.

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