AMuG: Archäologisches Museum für Gegenwart
Die lokale Umgebung aus den Perspektiven der Kulturellen Bildung und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung kennenlernen, hinterfragen und weitergestalten.
mehr InformationenDie Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse laden zur Eröffnung der Archäologischen Museen für Gegenwart (AMuG) ein. In Splügen findet die erste Besichtigung für die Öffentlichkeit am Freitag, 27. März 2026, im Stall Michelsen statt. In Andeer begrüssen die Schulkinder am Dienstag, 31. März 2026, im Stall Wehrli/Conrad die Gäste im neuen Museum.
Nach intensiven Projekttagen sind zwei nicht mehr gebrauchte Ställe in Andeer und Splügen in archäologische Museen für Gegenwart umfunktioniert worden. Die Schamser und Rheinwaldner Schulkinder mit ihren Lehrpersonen und dem AMuG-Projektteam der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) erwarten zur Eröffnung die Gäste aus dem Dorf, aus der Region und darüber hinaus. Die Verantwortung für den Anlass liegt bei den Schulklassen selbst. Nachdem die Ausstellungen von einem Kuratorenteam geplant, vom Grafikteam ausgeschildert und vom Dokumentationsteam in Bild und Text festgehalten worden sind, übernimmt das Eröffnungsteam die Begrüssung der Gäste. Das Vermittlungsteam führt die Besucherinnen und Besucher mit fundiertem Wissen zu ausgewählten Exponaten durch die Ausstellung.
Auf einer Reise durch verschiedene Zeiten präsentieren die Schülerinnen und Schüler in der historischen Ausstellung Exponate aus ihrem lokalen Umfeld, die sie mit historischen Methoden untersucht haben. Die Bandbreite reicht von der zweizinkigen Feuergabel über die Türklinke der alten Mühle bis hin zu einem alten Fensterrahmen. In der anderen Ausstellung inszenieren die Schülerinnen und Schüler Überreste aus ihrem eigenen Umfeld, die sie mit Methoden der zeitgenössischen Kunst transformiert und zu Werken für die Ausstellung aufgewertet haben: Zum Beispiel eine Computertastatur, einen Plüschelch und eine Reisetasche. Ergänzend zu den originalen Exponaten erhalten die Besucherinnen und Besucher über Audio-Interviews und Begleittexte Hintergrundinformationen zu den Ausstellungsstücken – zum persönlichen und historischen Kontext und zur Bedeutung für die Region.
Nach der festlichen Eröffnung des Museums führen die Klassen bis in die Herbstmonate den Museumsbetrieb weiter. Dazu gehört auch die öffentliche Veranstaltungsreihe «AMuG am Freitag» in Andeer bzw. «AMuG am Dienstag» in Splügen. Eine Gruppe der Schulkinder steht bereit, der interessierten Öffentlichkeit die aufbereiteten Exponate näherzubringen – einmal aus historischer Perspektive, ein andermal aus der Perspektive der Kunst.
Die PH Graubünden initiiert und verantwortet das interdisziplinär angelegte Projekt mit dem Ziel, projektorientierte Lernsettings zu erproben und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), historisches Lernen sowie künstlerisch-gestalterische Prozesse miteinander zu kombinieren. Das Prorektorat Forschung und Entwicklung der PH Graubünden begleitet das Projekt wissenschaftlich und untersucht, wie solche interdisziplinären Zugänge das Denken und Handeln von Kindern beeinflussen – insbesondere im Hinblick auf Mehrperspektivität, kritisches Denken und die Entwicklung kreativer Lösungsstrategien.
Verantwortlich für das Gesamtprojekt sind die beiden Dozierenden der PH Graubünden Sabine Bietenhader, Historikerin und Fachdidaktikerin NMG sowie Lukas Bardill, Künstler und Kunstpädagoge. Der Unterricht wird von Michelle Abeni und Yara Peretti, zusammen mit den Lehrpersonen der 5. und 6. Klassen, Fabio Cantoni, Joëlle Schoenahl, Giuliana Bardill und Cristiana Flütsch durchgeführt.
Aufgrund seiner nachhaltig ausgerichteten Ziele wird das Projekt – neben zahlreichen anderen Institutionen – auch vom Naturpark Beverin unterstützt. Der Naturpark engagiert sich für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), für die Stärkung kultureller Vielfalt und regionaler Identität sowie für den Austausch zwischen Generationen und Kulturen – stets mit Blick auf die eigene Region. Die beiden AMuG-Museen in Andeer und Splügen leisten hierzu einen konkreten Beitrag, indem sie den wertvollen Austausch zwischen den Generationen fördern und Wissen, Traditionen und neue Ideen weitergeben und erfahr-bar machen.
Nach den AMuG-Projekten in Valendas (2023) und Flerden (2025) erreicht das Vorhaben mit der parallelen Durchführung in Andeer und Splügen seinen Höhepunkt – und zugleich einen vorläufigen Abschluss. Ob und in welcher Form die schulische Förderung junger Kulturakteurinnen und -akteure über die Grenzen des Naturpark Beverin hinaus in einem Folgeprojekt weitergeführt wird, ist gegenwärtig noch offen.
Die Realisierung des AMuG unter der Hauptträgerschaft der PH Graubünden darf auf die finanzielle, materielle und fachliche Unterstützung folgender Institutionen und Personen zählen:
Stall Michelsen, Zipfaweg, 7435 Splügen
Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstags, vom 31. März 2026 bis 29. September 2026, von 11 bis 14:30 Uhr, ausgenommen Schulferien. Besuch ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
«AMuG am Dienstag»: Öffentliche Führungen mit einem Museumsteam der 5./6. Klasse des Schulverbands Rheinwald jeweils von 14:00 bis 14:30 Uhr: 14. April 2026; 12. Mai 2026; 09. Juni 2026
Stall Wehrli/Conrad, Veia Granda 133, 7440 Andeer
Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitags, vom 3. April 2026 bis 2. Oktober 2026, von 11 bis 14:30 Uhr, ausgenommen Schulferien. Besuch ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
«AMuG am Freitag»: Öffentliche Führungen mit einem Museumsteam der 6. Klasse des Schulverbands Schams jeweils von 14:00 bis 14:30 Uhr: 17. April 2026; 15. Mai 2026; 19. Juni 2026, 21. August 2026, 18. September 2026
Die lokale Umgebung aus den Perspektiven der Kulturellen Bildung und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung kennenlernen, hinterfragen und weitergestalten.
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