Bewegung, 1983

Madlaina Demarmels, 1929-2017 CH

Malerei, Acryl auf Faltwand

Der Gebäudekomplex der PH Graubünden wurde vom Architekten einst mit «Felsblöcken in der Rüfe» verglichen –  ein Bild, das auf die ursprüngliche Landschaft des heutigen Loëquartiers verweist: eine von Murgängen geprägte Schutthalde in stetiger Bewegung. Diese Vorstellung von Materie im Wandel bildet einen konzeptuellen Bezugspunkt für Madlaina Demarmels Wandmalerei im Foyer des Hauptgebäudes. 

Das Werk zeigt ein abstraktes Gebilde aus schwarzen und silbergrauen Elementen, die kantig ineinandergreifen und die Flächigkeit der Wand aufbrechen. Trotz der Abstraktion wirkt die Form körperhaft, beinahe figürlich mit Kopf und Rumpf. Weisse Linien und lose Splitter verstärken die dynamische Wirkung des Objekts, das sich auf hellblauem Grund schräg nach oben bewegt.  

Im Kontext der Hochschule lässt sich die Arbeit auch sinnbildlich lesen: als Prozess des Aufbrechens, Absplitterns und Vorankommens. Der schmale, rot leuchtende Schlitz im Zentrum des Bildes erinnert dabei sowohl an eine Verletzung als auch an ein inneres Glühen. Lernen erscheint hier als anspruchsvoller Weg, der Kraft kostet, zugleich aber jene Energie freisetzt, die Bewegung und Entwicklung ermöglicht. (NR)

Malerei, Acryl auf Faltwand, EG

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