Skulptur vor dem Eingang der PHGR, Kalkstein, 1983/1984
Was wäre der Eingang der PHGR ohne die Skulptur von Adriana Mafalda Grass-Marques? Der aus zwei Teilen bestehende geometrische Block aus Stein ist ein Kunstwerk. Gleichzeitig bietet er Gelegenheit, sich zu setzten, die Pause zu verbringen oder Freunde zu treffen. Seit über 40 Jahre steht die Skulptur an diesem Ort. Welche Geschichten sie wohl erzählen könnte …
Der Boden des Foyers im Innenbereich besteht aus dem gleichen beigen Kalkstein wie die Skulptur. Auch er wurde von Adriana Mafalda Grass-Marques entworfen. Als Vorbereitung hat die Künstlerin detaillierte Skizzen und Entwürfe auf Millimeterpapier gemacht.
Haben Sie die dunklen Linien auf der Skulptur bemerkt? Sie ziehen sich in der Bodengestaltung in eckigen Bewegungen fort und bringen eine Dynamik in den Raum. Sie klettern zum Beispiel die halbhohen Wände hinauf, welche die Gebäudetechnik verstecken, die sich dahinter verbirgt. In der Baukunst wird dieses künstlerische Verkleiden von Wänden mit Steinen als Inkrustation bezeichnet. Die Kunst verbindet sich mit der Architektur.
Ihr Selbstverständnis für die Kunst musste sich Adriana Mafalda Grass-Marques, die in Zürich die Kunstgewerbeschule absolviert hatte, erkämpfen. Lange war sie es, die als Mallehrerin und Kunsttherapeutin den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie sicherte. «Fifty-fifty, sonst geht es nicht!», setzte sie 1972 ihrem Ehemann, Künstler Paul Grass, ein Ultimatum, damit sie ihre Kunst vorantreiben konnte.
Auf der Basis ihrer Werke für die PHGR wurde Adriana Mafalda Grass-Marques 1997 schliesslich mit dem Anerkennungspreis des Kantons Graubünden gewürdigt.
Adriana Mafalda Grass-Marques (1928, Poschiavo – 2012, Zürich)
Text: Seraina Peer, 2026
Skulptur vor dem Eingang der PHGR, Kalkstein, 1983/1984
Mosaikarbeit im Eingangsbereich der PHGR, Kalkstein, 1983/1984
Mosaikarbeit im Eingangsbereich der PHGR, Kalkstein, 1983/1984
Das Gebäude der PHGR braucht Kunst!, sagte sich der Architekt Robert Obrist (1937-2018). Für ihn war Architektur und Kunst eine Einheit. Dieses Verständnis setzte er 1983 beim Bau der Pädagogischen Hochschule Graubünden um, die damals noch Bündner Frauenschule hiess.
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