18. Fachtagung Deutsch als Zweitsprache (DaZ): Ressourcen interkultureller Vielfalt als Chance nutzen

Interkulturelle Vielfalt bietet verschiedene Zugangsweisen, die Herausforderungen des Alltags anzugehen. Werden diese Zugangsweisen als Ressourcen und nicht als Hindernis angesehen, können DaZ-Lernende und ihre Familie wirkungsvoller integriert werden und auch die Umgebung profitiert von dieser Reichhaltigkeit. Im Rahmen der 18. DaZ-Tagung sollen die Potenziale interkultureller Ressourcen auf der Familienebene, Elternebene wie auch der Unterrichtsebene näher beleuchtet werden.  

Datum

03.06.2023

Zeit

09:00 - 16:30

Ort

Pädagogische Hochschule Graubünden, Chur oder online

Anmeldeschluss

23.04.2023

Veranstalter

PH Graubünden

Anlassnummer

2023.WB.008

Zielpublikum

Die Tagung richtet sich an DaZ- und Regellehrpersonen sowie Schulleitungen.

Programm

8:30 Uhr

Kaffee und Gipfeli

09.00 Uhr

Tagungseröffnung

09.10 Uhr

Podiumsdiskussion

09.40 Uhr

Keynote-Vortrag

10.40 Uhr

Pause, Rahmenprogramm

11.20 Uhr

Workshops Runde 1

12.50 Uhr

Mittagspause, Rahmenprogramm

14.20 Uhr

Workshops Runde 2

15.50 Uhr

Pause, Rahmenprogramm

16:20 Uhr

Ausblick und Evaluation

16.30 Uhr

Abschluss

Vortrag und Workshops

Keynotevortrag: Kinder und Jugendliche ressourcenorientiert wahrnehmen und integrieren

Auf dem Weg zu einer gelingenden schulischen Integration braucht es den Willen, die Bedürfnisse und Ressourcen zugezogener Kinder und Jugendliche sowie ihrer Eltern differenziert wahrzunehmen und kreative Lösungen zu ihrer Stabilisierung und Förderung zu entwickeln – unter Einbezug der Ressourcen der Lehrpersonen.

Im Schulkontext machen zugewanderte Kinder und Jugendliche häufig die Erfahrung, problematisiert zu werden. Was aber brauchen sie, um sich in der Schule zu entfalten? Und was brauchen ihre Lehrpersonen, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können? Die Elternarbeit ist zentral. Wie können die Eltern rechtzeitig und kultursensibel eingebunden werden, damit sie ihre Ressourcen mobilisieren können und ihren Beitrag zur schulischen Integration leisten können? Im Rahmen des Keynote-Vortrags wird Frau Dr. Fana Asefaw diese Problematik näher aufzeigen und erläutern, welche Möglichkeiten im Schulalltag genutzt werden können.

Referentin:
Dr. med. Fana Asefaw

Workshop 1: Praktische Möglichkeiten für ressourcenorientierte Wahrnehmung und Integration von Kindern und Jugendlichen

Die Gesellschaft und auch einige Lehrpersonen haben die Vorstellung, dass nur Spezialistinnen und Spezialisten, wie z. B. DaZ-Lehrpersonen oder Heilpädagog:innen für zugewanderte Kinder und Jugendliche zuständig seien. Chancengerechte Bildung und Nichtdiskriminierung sind aber gesamtschulische Herausforderungen, die es gemeinsam zu meistern gilt. Dazu braucht es einen Lernprozess aller beteiligten Fachpersonen in Vielfalt und Diversität wie Entwicklung von interkultureller Kompetenz.

Im Rahmen eines Workshops möchte die Referentin mit Ihnen die Herausforderungen und Bedürfnisse zugewanderter Kinder und Jugendlicher diskutieren und ressourcenorientierte und konstruktive Vorschläge erarbeiten.

Referentin: 
Dr. med Fana Asefaw

 

Workshop 2: Der Einstieg in den Kindergarten – in die Volksschule gelingt

Kinder mit einer anderen Erstsprache steigen oft ohne Deutschkenntnisse in den Kindergarten ein. Wichtige Alltagsredemittel und Hilfen sind Faktoren, damit die Integration möglichst schnell und gut gelingt. Werden die Kinder und Eltern im Übergangsprozess begleitet, werden wichtige Grundlagen für eine erfolgreichere Bewältigung des Schulalltags geschaffen. Die Teilnehmenden lernen zehn Merkmale kennen, die den Einstieg für die Kinder und die Eltern erleichtern. Dieser Workshop kann aufgrund der praktischen Anwendungen vor Ort nur in Präsenz besucht werden.

Referentin:
Carmen Valsecchi

Workshop 3: Migrationsgeschichte als Unterrichtsthema

Interkulturalität durch Migration ist ein natürlicher Faktor im Klassenraum, der durch die meisten Familien gegeben ist. Dies ist vielen jedoch nicht bewusst. Dr. Bigna Sommer von der PH Graubünden zeigt in ihrem Workshop auf, wie die eigene Migrationsgeschichte zum Unterrichtsthema gemacht werden kann, um somit Schüler:innen für dieses hochaktuelle Thema zu sensibilisieren und gleichzeitig das Selbstwertgefühl und das interkulturelle Verständnis der Schüler:innen füreinander zu stärken. Die freizugängliche Website https://migrationsgeschichte.ch wird im Workshop vorgestellt.

 

Referentin:
Dr. Bigna Sommer-Sutter

Workshop 4: Interkulturelles Lernen – Praktische Möglichkeiten zur interkulturellen Sensibilisierung für den Unterricht

Interkulturelle Vielfalt bietet verschiedene Zugangsweisen, die Herausforderungen des Alltags anzugehen. Um diese wahrnehmen zu können, müssen Lernende jedoch erstmal mit Dimensionen (inter-)kultureller Wahrnehmung vertraut werden. In diesem Workshop werden praktische Möglichkeiten aufgezeigt, wie (inter-)kulturelle Sensibilisierung mithilfe eines spielerischen Zugangs gefördert werden kann. Dazu werden zunächst Dimensionen des (inter)kulturellen Verständnisses aufgezeigt. Spielerische Zugangsweisen können zur Sensibilisierung interkultureller Wahrnehmung beitragen. Diese werden wir im Workshop ausprobieren.  

Dieser Workshop kann aufgrund der praktischen Anwendungen vor Ort nur in Präsenz besucht werden.

Round-Table

Als Alternative zu den Workshops bieten wir einen Round-Table an. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen, die das Bedürfnis haben, sich über die interkulturellen Angebote in den jeweiligen Schulhäusern bzw. Gemeinden auszutauschen. Der Round-Table soll somit ein Anlass zum gegenseitigen Austausch bieten und gleichzeitig die Bedürfnisse offenlegen, die sich in der jeweiligen Schulumgebung stellen.

Moderation

Valeria Zubler

Die Referentinnen

Dr. med. Fana Asewaf

Dr. med. Fana Asewaf ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, ärztliche Leiterin des Kompetenzzentrums, Trauma und Migration, daosoma ag, Zürich. Frau Dr. Asefaw arbeitet in verschiedenen Funktionen systemisch und interdisziplinär mit Fachpersonen zum Thema Migration und Flucht zusammen. Im Januar 2021 hat sie gemeinsam mit NCBI (Nationale Koalition für Bildung und Integration) das Pilotprojekt «Brückenbauer und Trauma» lanciert. Dadurch sollen unter anderem involvierte Fachpersonen die Betroffenen effektiver und kultursensibler erreichen und die Familien ihre Ressourcen schneller mobilisieren können. 

Carmen Valsecchi Lauener

Carmen Valsecchi Lauener ist bereits seit vielen Jahren als DaZ-Lehrperson mit Fokus im 1. Zyklus an der Schule Altdorf im Kanton Uri tätig. Darüber hinaus ist sie Fachberaterin für Deutsch als Zweitsprache an der PH Schwyz und ist als Dozentin für DaZ in der Weiterbildungen in der Zentralschweiz tätig. Sie ist Mitglied in der Kantonalen Fachkommission für Integration Uri.

Dr. Bigna Sommer-Sutter

Dr. Bigna Sommer-Sutter Dozentin an der PH Graubünden im Bereich Erziehungswissenschaften. Sie fokussiert sich u. a. in den Themenbereichen Pädagogik der Vielfalt und Diversity. Sie ist Projektleiterin des Projekts Migrationsgeschichte.ch.

Valeria Zubler

Valeria Zubler ist ausgebildete Primar- und Reallehrerin und zertifizierte DaZ-Lehrperson sowie als Kursleiterin für erwachsene Deutschlernende tätig. Sie unterrichtet überdies als Praxisdozentin im Weiterbildungsstudiengang CAS Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an der PH Graubünden.

Dr. Christina vom Brocke

Dr. Christina vom Brocke ist Dozentin für Erst- und Zweitspracherwerb an der PH Graubünden. Ihre Forschungsinteressen sind der kindliche Fremdspracherwerb, die Möglichkeiten einer Mehrsprachigkeitsdidaktik sowie die Förderung von Sprachkompetenzen Fremdsprachiger.

Rahmenprogramm

Es erwartet Sie ein umfangreiches Rahmenprogramm, das zum Eintauchen in die Thematik einlädt und genügend Raum zum Austausch untereinander bietet.

Als Auftakt zu unserer Tagung starten wir mit einer Podiumsdiskussion, welche in die Thematik der Tagung einführt und verschiedene Perspektiven aufzeigt. In den Pausen wird eine Lehrmittelausstellung die Möglichkeit bieten, vielseitige Einblicke in aktuelle Lehrmittel zu erhalten.

 

Kosten

Fr. 210.-: Teilnahme vor Ort inkl. Verpflegung

Fr. 170.-: Online-Teilnahme

Anmeldung

Melden Sie sich jetzt für die Tagung an. 


Anmeldeschluss: 23. April 2023.

Durchführung

Die Tagung wird vor Ort und gleichzeitig online durchgeführt.

 

Kontakt

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