Veranstaltungskalender
Tagung "Begabungsförderung heute" 2023

An der kommenden Tagung «Begabungsförderung heute» dreht sich alles um das Thema «Balancieren». Balancieren inmitten der Spannungsfelder, in welchen sich die Begabungs- und Begabtenförderung heute bewegt. Am Samstag, 18. März 2023 nähern sich Fachleute aus Wissenschaft und Praxis aktiv dem Thema. An der Tagung werden verschiedene Ansprüche an die Begabungs- und Begabtenförderung aufgenommen und es wird aufgezeigt, wie die Praxis diesen gerecht werden kann.

Datum

18.03.2023

Zeit

09:00 - 16:20

Ort

Pädagogische Hochschule Graubünden, Chur

Anmeldeschluss

19.02.2023

Veranstalter

PH Graubünden

Anlassnummer

2023.WB.007

Balancieren: verschiedenen Ansprüchen gerecht werden

Balancieren, das aktuelle Leitwort der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung, nimmt Bezug zu verschiedenen Spannungsfeldern, in welchen sich Schulen und Lehrpersonen in der Begabungs- und Begabtenförderung heute bewegen. Es gilt, verschiedene Ansprüche von unterschiedlichen Beteiligten und Betroffenen aufzunehmen und in Balance zu bringen.

Da ist das einzelne Kind mit seiner individuellen Persönlichkeit, seinen Voraussetzungen, Interessen und Potenzialen, welches bestmöglich gefördert und gefordert werden möchte. Da ist die Schule als Organisation, welche all die verschiedenen Bedürfnisse aufnehmen sollte und dabei die formalen Vorgaben berücksichtigen muss.

Vielfältige Herausforderungen

Eine kleine Auswahl von möglichen Spannungsfeldern, welchen wir in der Begabungsförderung begegnen, zeigt die Fülle der Herausforderung für die Schulen.

Wie können Schulen und Lehrpersonen damit umgehen?

Die Tagung aus der Reihe der Begabungs- und Begabtenförderung der Pädagogischen Hochschulen Graubünden und St. Gallen zeigt auf, wie verschiedene Perspektiven und Ansprüche aufgenommen und in der Praxis umgesetzt werden können.

Das Tagungsteam der Pädagogischen Hochschulen Graubünden und St. Gallen freut sich auf viele Teilnehmende und bereichernde Austauschmöglichkeiten.

Tagungsprogramm

Am Vormittag stehen die Referate von Prof. Dr. Gabriele Weigand (Professorin für Erziehungswissenschaft) und von Joëlle Huser (Expertin für Potenzialentfaltung) im Zentrum. Dabei nehmen die beiden Referentinnen unterschiedliche Blickwinkel ein: Gabriele Weigand setzt den Fokus auf die Perspektive der Schulentwicklung, während Joëlle Huser verstärkt die Perspektive der Kinder aufnimmt. Zahlreiche praxisbezogene Workshops nehmen am Nachmittag verschiedene Aspekte der möglichen Spannungsfelder auf und tragen so zu einer Balance der unterschiedlichen Perspektiven bei. Da bei allen Überlegungen und Umsetzungen die Kinder im Zentrum stehen, werden in drei Zeitfenstern die Sichtweisen von Kindern zum Thema hör- und sichtbar gemacht.

Keyspeakerinnen 2023

Prof. Dr. Gabriele Weigand ist Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und Koordinatorin des Forschungsverbunds "Leistung macht Schule" (LemaS).

 

Referat: Begabungs- und Begabtenförderung als Motor für Schulentwicklung

Im Vortrag wird die zentrale Bedeutung der Begabungs- und Begabtenförderung für eine bildungsgerechte Entwicklung von Schulen argumentiert. Ausgangspunkt ist die anthropologisch-pädagogische Grundlage des Menschen als Person, woraus sich die Konsequenz ergibt, dass alle das Recht haben, dass seine oder ihre Begabungen erkannt und gefördert werden. Eine Lehrperson alleine kann das nicht leisten, deshalb ist Begabungsförderung Aufgabe der ganzen Schule und bedarf der Einbeziehung kooperativer Netzwerke. Konkretisiert wird dies am Beispiel des im Projekt «Leistung macht Schule» (LemaS) entwickelten «SELF-Instruments», das sechs Dimensionen einer begabungs- und begabtenfördernden Schule umfasst.

Joëlle Huser ist Expertin für Potenzialentfaltung, Therapeutin und Autorin. 

Referat: Wie helle Köpfe mit ungesundem Perfektionismus wieder in die Balance kommen können

Hochbegabung, Hochsensitivität und Perfektionismus treten häufig zusammen auf. Doch führt der ungesunde Perfektionismus oft zu überhöhten Erwartungen oder lähmender Angst zu versagen. In diesem Beitrag zeige ich erprobte Wege auf, wie die Angst vor Fehlern überwunden werden und mehr Lern- und Lebensfreude aufkommen kann. Sie werden durch konkrete Übungen selbst erleben, wie folgende Wege zu mehr Gelassenheit führen können:

– ungesunde Gedanken entkräften und gesunde Gedanken pflegen

– Ängste reduzieren durch Embodiment fokussierte Methoden

– nach dem dynamisches Selbstbild (von Carol Dweck) loben

– den Risikotag in der Familie einführen

Workshops

Begabungsfördernde Schulentwicklung – Schule gemeinsam an Werten und Zielen ausrichten

Prof. Dr. Gabriele Weigand, Anna Fischer, Katharina Weiand
alle Zyklen, Schulleitungen

Schule begabungsfördernd zu gestalten, bietet vielfältige Möglichkeiten. Doch wie kann man im Schulentwicklungsprozess mit den Spannungsfeldern, die einem in der Begabungsförderung begegnen, umgehen? Im Workshop lernen Sie Ansätze dazu kennen und diskutieren kritisch, wie alle an Schule Beteiligten in den Entwick-lungsprozess einbezogen werden können und eine Verständigung über geteilte Ziele und Werte angeregt werden kann.

Mentoring beschwingt

Katrin Berweger, Marianne Buser Steiger
alle Zyklen, Schulleitungen

Mentorate sind eine sinnvolle Ergänzung zu individualisiertem Unterricht, Projektarbeiten und Pull-Out. Dabei kann individuell auf die Bedürfnisse und Interessen der Schüler:innen eingegangen werden. Mentoring gibt der stärkenorientierten Haltung Raum und ermöglicht eine nachhaltige Talentenwicklung. Das Projekt «Mentoring beschwingt» des LISSA-Preises unterstützt Schulen im Aufbau eines solchen Angebotes.

Keiner spricht von Wunderkindern! Warum Exzellenzförderung an Schulen wichtig ist

Regula Haag
alle Zyklen

Schule will allen Schüler:innen die bestmögliche Bildung geben. Es ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, leistungsstarken und potenziell besonders leistungsfähigen Schüler:innen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente zu entfalten – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrem sozialen Status. Im Workshop werden einige Preisträgerschulen 2022 von «LISSA par excellence» und Grundlagen der Exzellenzförderung vorgestellt.

MINTturoren/here 4 you

Petra Seifert
Zyklus 1,2

Mit unserem Projekt an der Primarschule Igis zeigen wir auf, wie eine nachhaltige MINT-Förderung umgesetzt werden kann. Wir motivieren Schüler:innen, als Multiplikatoren zu agieren, und setzen sie in einem altersdurchmischten Setting als speziell ausgebildete Tutoren ein. Das Projekt findet in Ateliers im fächerübergreifenden Unterricht statt. Die Ausbildung der MINT-Tutoren erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Dozierenden der Pädagogischen Hochschule Graubünden.

Filmen und Filmschnitt

Guido Knaus
alle Zyklen

In diesem Workshop schneiden wir Filme, produzieren Trickfilme und GreenScreen-Aufnahmen. Wir lernen, wie man aus Filmaufnahmen kleine Videos und beeindruckende HD Filme macht und wie man ganz einfach Text, Effekte und Hintergrund-Musik einbindet, um den Filmen noch den letzten Schliff zu geben. Sie erhalten zudem Dossiers zu spannenden Unterrichtsideen zu Produzieren mit digitalen Medien (Video – Audio – Foto – digitale Bücher) und Tutorials zu Apps für Windows / MacOS / iOS / Android).

Mitbringen: Tablet und oder Smartphone, Laptop, Kopfhörer

 

Lernen über ästhetisches Forschen

Judith Rüegg
Zyklus 2

Ein Projekt zwischen Naturwissenschaft, Musik und Kunst. Als Ausgangspunkt steht das Mikroskopieren von Pflanzen. Im ästhetischen Forschen ist das Ausloten eines Themas und das Entwickeln von Fragen der erste Schritt. Übers Experimentieren und Verknüpfen von unterschiedlichen Bezugspunkten entstehen eigene Darstellungsformen. Dazu gehören das genaue Betrachten und das Erkunden von passenden Geräuschen, Farben und Materialien.

Doppelt herausgefordert: Hochbegabte Schüler:innen im Autismus-Spektrum

Sandra Kamm Jehli
alle Zyklen

Begleitet und fördert man Schüler:innen im Autismus-Spektrum und mit Hochbegabung, bewegt man sich oft zwischen Über- und Unterforderung. Das Umfeld braucht Wissen und Verständnis, um den Herausforderungen im (Lern-)Alltag zu begegnen und eine grösstmögliche Partizipation zu ermöglichen. Auf das Hintergrundwissen wird anhand von Fallbeispielen eingegangen, individuelle Vertiefungen zu Nachteilsausgleichen, Ideen und Literatur ergänzen den Workshop.

Spiel und Kompetenzorientierung als Element zur Förderung

Catherine Lieger
Zyklus 1

Das freie Spiel ist für Kinder der zentrale Lernmodus. Sie lernen vielfältig und auf verschiedenen Ebenen. Der entwicklungsorientierte Zugang im LP 21 stellt die Schnittstelle zu den Fachbereichen her. Die Herausforderung ist, die Kompetenzförderung in altersgemässen Spiel- und Lernumgebungen zu gestalten. Im Workshop geht es um die Frage, wie das freie Spiel individuelle Begabungsförderung ermöglicht.

Die Sprachkommode – Diagnose und Förderung

Katarina Farkas
alle Zyklen, Schulleitungen und Behörden

Sprachgenie? Gibt es das? Und wer ist das? Schreiben wie Goethe, sprechen wie eine Schauspielerin? Braucht es überhaupt gezielte sprachliche Förderung für diese Lernenden oder fördern sie sich selbst?

Diesen Fragen wird im Workshop unter verschiedenen Perspektiven nachgegangen. Die Sprachkommode ist ein Modell, das hierzu Unterstützung bietet.

Im Workshop gibt es neben Inputs Zeit zum Erproben und zum Austausch, sowie spezielle Hinweise für anwesende Behördenmitglieder.

Neugier und Entdeckerlust ausleben. Kinderlab – ein Ort an dem dieses Bedürfnis gestillt werden kann

Elisabeth Flury
Zyklus 1,2

«Lass es mich tun und ich verstehe!» Diese letzte Zeile aus einem Zitat von Konfuzius nehmen wir uns zu Herzen und entdecken die Balance der physikalischen Naturkräfte. Oft fehlt im Unterricht (vermeintlich) die Zeit diesen Teil auszuleben. Gemeinsam entdecken wir, welche Möglichkeiten es gibt, dieses Entdecken zu ermöglichen, und was es dazu benötigt.

Umsetzung eines Pullouts – Ideen aus der Praxis

Rahel Wellauer
Zyklus 1, 2

Kennenlernen einer möglichen Umsetzung eines Pullout-Angebotes, in Anlehnung an das dialektische Begabungsmodell von V. Müller-Oppliger. Ein konkretes Umsetzungsbeispiel aus der Praxis wird vorgestellt und es wird aufgezeigt, wie zwischen Individualisierung und gemeinsamen Sequenzen innerhalb einer Fördergruppe die Balance gefunden werden kann. Ebenfalls bietet der Workshop Platz für Austausch und Diskussion!

Zielpublikum

Die Tagung richtet sich an Lehrpersonen aller Volksschulstufen, an Fachpersonen der Schulischen Heilpädagogik und der Begabungs- und Begabtenförderung sowie an Schulleitungen.

Kosten

CHF 210.- (inkl. Verpflegung).
Studierende der PH Graubünden und St. Gallen bezahlen CHF 30.–.

Anmeldung

Anmeldeschluss: 19. Februar 2023

So vielfältig wie die Begabungen der Kinder sind, so vielfältig sind die Anforderungen und Rahmenbedingungen, welchen wir in der Begabungs- und Begabtenförderung täglich begegnen. Dabei die passende Balance zu finden und selber in Balance zu bleiben, sind wesentliche Gelingensfaktoren

Dr. Petra Klingenstein, Tagungsleiterin und Spartenleiterin Bereich Mathematik und NMG der PH Graubünden

Begabungs- und Begabtenförderung.

Die Begabungen von Kindern und Jugendlichen sind sehr vielfältig. Dieser Vielfalt soll in den Schulen mit gezielten Angeboten zur Begabungs- und Begabtenförderung Rechnung getragen werden. Mit einem Fokus auf die ganze Spannbreite der Förderung von Begabungen und besonders begabten Schüler:innen möchte die PH Graubünden die Schulen darin unterstützen, die Potentiale ihrer Schüler:innen möglichst zur Entfaltung zu bringen.

mehr Informationen

Ihr Browser (IE 11) ist leider zu alt und wird nicht mehr unterstützt.