20. Alemann:innentagung
Dialekt in Gesellschaft und Schule

Die 20. Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie (Alemann:innentagung) findet vom 7. bis 9. September 2022 (mit fakultativem Warm-up am Vorabend) an der Pädagogischen Hochschule Graubünden in Chur (Schweiz) statt. Sie wird in einer Kooperation von der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und vom Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg) organisiert.

Vom 7. bis 9. September 2022 findet die 20. Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie (Alemann:innentagung) an der Pädagogischen Hochschule Graubünden statt. Die PH Graubünden und das Institut für Kulturforschung Graubünden organisieren die Tagung gemeinsam. Die 20. Alemann:innentagung ist dem Schwerpunktthema «Dialekt in Gesellschaft und Schule» gewidmet. Der Fokus liegt somit auf Fragestellungen zum Gebrauch der alemannischen Dialekte im gesellschaftlichen und schulischen Kontext.

Genauere Informationen zu den Anmeldeformalitäten finden Sie ab Ende April auf dieser Seite. Das detaillierte Tagungsprogramm folgt im Frühsommer.

Abstracts der Keynotes

Helen Christen (Universität Freiburg i. Ue./Fribourg): Ein wissenschaftlicher Jungbrunnen: 20 Arbeitstagungen zur alemannischen Dialektologie
Andrea Ender und Irmtraud Kaiser (Universität Salzburg): Entwicklung kritischer Sprachbewusstheit in der Schule. Überlegungen zum Umgang mit sprachlicher Vielfalt in verschiedenen Dialekt-Standard-Konstellationen
Pascale Erhart (Université de Strasbourg): Elsässisch 2.0: Dialektgebrauch in der digitalen Kommunikation am Anfang des 21. Jahrhunderts
Cordula Löffler (PH Weingarten): Schriftspracherwerb im Spannungsfeld von Dialekt und Standard
Susanne Oberholzer (PH Graubünden/Universität Zürich): Alemannisches Bairisch oder bairisches Alemannisch. Von biadialektalen Bündner:innen

Der Vortrag lässt zwanzig Arbeitstagungen zur alemannischen Dialektologie Revue passieren. Er widmet sich den Ausrichtungen und Erträgen dieser Tagungen und zeichnet damit die alemannologische Wissenschaftsgeschichte nach, wie sie seit der Gründungstagung in Zürich (7./8. Juni 1963) zur Entfaltung kam. Nachhaltig im kulturellen Gedächtnis der Alemannologie verankert – und damit erwähnenswert – sind neben den wissenschaftlichen Ergebnissen auch die Austragungsorte der Tagungen, die sich im Laufe der Zeit verändernden Präsentationsstile und die alemannologischen Protagonist/innen selbst. 

Das Deutsche ist neben der in allen Sprachen anzutreffenden situativen und sozialen Variation auch besonders vielfältig im Hinblick auf regionale und dialektale Sprachformen. Gerade letztere prägen auch die schulische Realität in Österreich (vgl. de Cillia/Ransmayr 2019; Fuchs/Elspaß 2019) und nicht minder im Deutschschweizer Kontext (vgl. Schmidlin 2018; Ender/Straßl 2009). Im Deutschunterricht spielt Dialekt-Standard-Variation allerdings auch in den genannten Gebieten eine untergeordnete, gar vernachlässigte Rolle, obschon die Auseinandersetzung damit in der sprachdidaktischen Diskussion (vgl. z.B. Neuland 2003; Janle/Klausmann 2020) und durchaus auch in den Lehrplänen gefordert wird. Zudem scheint der Wissensstand der (angehenden) Lehrenden (vgl. de Cillia/Ransmayr 2019; Kasberger/Kaiser 2021) sowie die Behandlung in Schulbüchern – so vorhanden – teilweise nicht den aktuellen sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen zu entsprechen. Dies soll mit einem Fokus auf den bairischen Sprachraum anhand von kurzen Einblicken in die Einstellungen von Lehrenden (Vergeiner et al. 2019; Kasberger/Kaiser 2021) und in die vorherrschende (Nicht-)Behandlung von Dimensionen und Charakteristika von Variation in Lehrwerken dargelegt werden. Darauf aufbauend sollen Querverbindungen zum alemannischen Raum hergestellt werden und ein allgemeiner Vorschlag einer Modellierung des Gegenstandes Sprachvariation (vgl. Kaiser/Ender 2020) aufzeigen, wie Sprachvariation in sprachreflexives Arbeiten mit einer sprachlich heterogenen Schülerschaft einbezogen werden kann. Wie dies in aktuellen Projekten im bairischen Kontext umgesetzt wurde, wird anhand von punktuellen Einblicken in neuentwickeltes Unterrichtsmaterial für verschiedene Schultypen (www.spravive.com) gezeigt. Diese Materialien verbinden u.a. mehrsprachigkeitsdidaktische (vgl. z.B. Schader 2004; Reich/Krumm 2013) mit kritisch-sprachbewusstheitsorientierten Zugängen (vgl. Fairclough 1992; Siegel 2006). Anhand von ersten Einblicken in die Begleitforschung zum Einsatz der Materialien werden wir diskutieren, inwiefern Sprachbetrachtung unter Einbezug von Sprachvariation die Entwicklung von kritischer Sprachbewusstheit – so etwa das Verständnis von Motiven und Funktionen von Sprachvariation und das Reflektieren von sprachnormativem Verhalten – verbessern kann.  

Literatur

de Cillia, Rudolf & Jutta Ransmayr (2019): Österreichisches Deutsch macht Schule. Bildung und Deutschunterricht im Spannungsfeld von sprachlicher Variation und Norm. Wien: Böhlau. 

Ender, Andrea & Katharina Straßl (2009): The acquisition and use of German in a dialect-speaking environment – facets of inclusion and exclusion of immigrant children in Switzerland. International Journal of Applied Linguistics 19(2), 173–187. 

Fairclough, Norman (Hrsg.) (1992): Critical language awareness. Real Language Series. London a. o.: Longman.  

Fuchs, Eva N. & Stephan Elspaß (2019): Innere und äußere Mehrsprachigkeit an österreichischen Schulen: Ein Projektbericht zu Wahrnehmungen und Einstellungen. Teil I. https://eplus.uni-salzburg.at/obvusboa/download/pdf/4375948?originalFilename=true 

Janle, Frank / Klausmann, Hubert (2020): Dialekt und Standardsprache in der Deutschdidaktik. Eine Einführung. Tübingen: Narr Francke Attempto. 

Kaiser, Irmtraud & Andrea Ender (2020): Innere Mehrsprachigkeit als Potenzial für den Deutschunterricht. In: Langlotz, Miriam (Hg.): Grammatikdidaktik – theoretische und empirische Zugänge zu sprachlicher Heterogenität. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 237–271. 

Kasberger, Gudrun & Irmtraud Kaiser (2021): Sprachvorbild sein, und/aber authentisch bleiben? Lehramtsstudierende und ihre innere Mehrsprachigkeit: Gebrauch, Einstellungen und didaktische Implikationen. In: Perner, Kevin & Matthias Prikoszovits (Hg.): Deutsch und Kommunikation in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Österreich. Franz Steiner Verlag (Themenheft Sprache im Beruf). 141‒165. 

Neuland, Eva (2003): Sprachvarietäten – Sprachnormen – Sprachwandel. In: Bredel, Ursula (Hrsg.): Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch. 1. Teilband. Paderborn, Wien: Schöningh. 52–69. 

Reich, Hans H. / Krumm, Hans-Jürgen (2013): Sprachbildung und Mehrsprachigkeit: ein Curriculum zur Wahrnehmung und Bewältigung sprachlicher Vielfalt im Unterricht. Münster: Waxmann. 

Schader, Basil (2004): Sprachenvielfalt als Chance. Zürich: Orell Füssli. 

Schmidlin, Regula (2018): Innere Mehrsprachigkeit an Deutschschweizer Schulen – Hochdeutsch und Dialekt im Unterricht. In: Dannerer, Monika & Peter Mauser (Hrsg.): Formen der Mehrsprachigkeit in sekundären und tertiären Bildungskontexten: Verwendung, Rolle und Wahrnehmung von Sprachen und Varietäten. Tübingen: Stauffenburg, 27-46. 

Siegel, Jeff (2006): Language ideologies and the education of speakers of marginalized language varieties. Adopting a critical awareness approach. In: Linguistics and Education 17(2), 157–174.  

Vergeiner, Philipp, Elisabeth Buchner, Eva N. Fuchs & Stephan Elspaß (2019): Sprachnormvorstellungen in sekundären und tertiären Bildungseinrichtungen in Österreich. Concepts of Language Norms in the Realm of Higher Education in Austria. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 86 (3), 284–330. 

In der elsässischen Gesellschaft wird der Platz der alemannischen und fränkischen Dialekte immer geringer: seit den 70er Jahren sinkt die Anzahl der Mundartsprecher (2012: 43%, 2020: 30%), und für die meisten unter ihnen gilt Französisch als legitime Sprache, die den Dialekt zu jeder Zeit und in jeder Kommunikationssituation ersetzen kann. Im schulischen Bereich wird allerdings fast nur Standarddeutsch (das sowohl als Regionalsprache als auch als Fremdsprache gilt) unterrichtet, so das der Dialektgebrauch in der Gesellschaft kaum durch einen Unterricht unterstützt wird. 

Für eine lange Zeit waren die elsässischen Dialekte meist auf mündliche Interaktionen beschränkt, und vor allem von Dichtern und Schriftstellern, d.h. zu einem literarischen Zweck, verschriftet, so dass das Korpus des geschriebenen Elsässisch begrenzt ist. Die Gebiete, in denen das Elsässische am lebendigsten blieb, sind die künstlerische Szene (hauptsächlich Theater und Kabarett, in geringerem Maße auch in Arbeiten von Liedermachern) und die audiovisuellen Medien. Immer mehr fungierten die elsässischen Dialekte als „Sprache des Dar- und Vorstellens“(„langue de représentation“, Huck 2015, 416). In den letzten Jahrzehnten hat aber die Internetbasierte Kommunikation (IBK) die Art und Weise, wie die meisten Elsässer (sowie alle anderen Menschen, die über einen Internetzugang verfügen) miteinander kommunizieren, radikal verändert: immer mehr Sprecher verfassen ihre elektronischen Texte (SMS oder E-Mails, Beiträge in sozialen Netzwerken, usw.) immer häufiger auf ‚Elsässisch’, obwohl es nicht standardisiert ist (Erhart, 2020). 

In diesem Beitrag werden die soziolinguistischen Fragen zum subjektiven Status des Elsässischen in der Gesellschaft erörtert, die durch dieses neue Phänomen aufgeworfen werden: Warum und wie verwenden die Elsässer in ihrer digitalen Kommunikation eine nicht standardisierte Sprache, obwohl sie über mindestens eine Standardsprache verfügen, in der sie lesen und schreiben können? Zunächst werden einige Merkmale der aktuellen soziolinguistischen Situation im Elsass vorgestellt, die die Besonderheit des Phänomens im Elsass erklären können. Dann werden die theoretischen und methodologischen Fragen der Analyse der mehrsprachigen IBK im Elsass untersucht. Diese Analyse soll zu einer Typologie ‚elsässischer’ Schreibstrategien führen, die sich auf die Korpora und die ersten Ergebnisse der von uns bisher durchgeführten explorativen Fallstudien stützt, und die die verschiedenen symbolischen Funktionen des Elsässischen in der heutigen Gesellschaft in ein neues Licht stellen kann. Dabei wird auf die Rolle der sozialen Medien in der schriftlichen Entwicklung eingegangen und der Frage nachgegangen, inwieweit diese neuen Formen des Elsässischen dessen Status bzw. Wahrnehmung als eigenständige Sprache beeinflussen. 

Literatur

Erhart Pascale, 2020, Von der ‚Mundart’ zur ‚Fingerart’. Was bedeutet es heute, Elsässisch zu sprechen bzw. zu schreiben? IDS Sprachreport Jg. 36, H. 1, S. 6-13.  

Huck Dominique, 2015, Une histoire des langues de l’Alsace. Strasbourg : Nuée Bleue. 

Marx Konstanze, Lobin Henning & Schmidt Axel (Hrsg.), 2020, Deutsch in Sozialen Medien. Interaktiv – multimodal – vielfältig. Berlin/Munich/Boston : de Gruyter.  

Wenn Kinder die Schriftsprache erwerben, orientieren sie sich insbesondere zu Beginn an der gesprochenen Sprache – meist an ihrer eigenen (Thomé 2006). So entstehen Schreibungen, die durch phonologische Prozesse (*<SIBM> für sieben), umgangssprachlich (*<BIANE> für Birne) oder dialektal (*<WURSCHD>) geprägt sind. Dieses Phänomen wird immer wieder benannt, ist aber kaum systematisch untersucht. Es gibt Hinweise darauf, dass Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und gering literalisierte Erwachsene besondere Schwierigkeiten haben, sich beim Verschriften an der Standardsprache zu orientieren. Schwierigkeiten bereiten aber weniger die offensichtlichen Unterschiede zwischen Dialekt und Standard, sondern eher die minimalen und solche, die auch zwischen Regiolekt und Standard bestehen (Löffler 2002). Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob sich in Regionen, in denen der Dialekt zum sprachlichen Alltag gehört, bei Kindern am Anfang des Schriftspracherwerbs verstärkt dialektgeprägte Schreibungen zeigen. Das Forschungsprojekt «Sprachförderung im Kindergartenalltag in Dialekt und Standardsprache im Kontext von Mehrsprachigkeit» (SpriKiDS) untersuchte in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland, ob sich die Verwendung des Dialekts in frühpädagogischen Einrichtungen auf den Schriftspracherwerb auswirkt (Löffler et al. 2017). Der Umgang mit Dialekt und Standardsprache in den Einrichtungen wurde mittels Videobeobachtung und über Fragebogen erhoben. Die schriftsprachlichen Fähigkeiten der Kinder wurden zu zwei Messzeitpunkten im Kindergarten sowie am Ende des ersten Schuljahres getestet. Die Resultate zeigen, dass der Dialektgebrauch im Kindergarten keinen Einfluss auf den Schriftspracherwerb hat. Insgesamt waren dialektale Schreibungen nicht häufig (Vogt et al. 2019). Betrachtet man neben den quantitativen Ergebnissen auch einzelne Fallbeispiele, werden nicht nur individuelle Unterschiede deutlich, sondern bei einzelnen Kindern ein Kontrast zwischen den Schreibungen von Einzelwörtern und Schreibungen innerhalb von Texten (Löffler & von Albedyhll 2021).  

Literatur

Thomé, Günther (2006): Entwicklung der basalen Rechtschreibkenntnisse. In: Bredel, Ursula et al. (Hrsg.) (2006): Didaktik der deutschen Sprache. Band 1. 2., durchgesehene Auflage. Paderborn: Ferdinand Schöningh, S. 369-379. 

Löffler, Cordula (2002): Analphabetismus in Wechselwirkung mit gesprochener Sprache. Zu Sprachentwicklung, Sprachbewusstsein, Variationskompetenz und systematisch fundierter Förderung von Analphabeten. Reprint. Aachen: Alfa Zentaurus. 

Löffler, Cordula; Vogt, Franziska; Haid, Andrea; Zaugg, Alexandra; Frick, Eva; Bohnert-Kraus, Mirja; Eckhardt, Oscar; Quiring, Johanna; von Albedyhll, Laura; Waibel, Alexandra; Willi, Andrea; Zumtobel, Martina (2017): Dialekt und Standard im Kindergarten. In: didattica Babylonia 2/2017, S. 45-47. 

Löffler, Cordula; von Albedyhll, Laura (2021): Zur Bedeutung früher Schriftverwendung für den Orthographieerwerb. leseforum.ch, 3/2021. https://www.leseforum.ch/sysModules/obxLeseforum/Artikel/744/2021_3_de_loeffler_von_albedyhll.pdf 

Vogt, Franziska; Löffler, Cordula; Haid, Andrea; Zaugg, Alexandra; Frick, Eva; Bohnert-Kraus, Mirja; Eckhardt, Oscar; Quiring, Johanna; von Albedyhll, Laura; Waibel, Alexandra; Zumtobel, Martina (2019). Zentrale Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt SpriKiDS – Sprachförderung im Kindergartenalltag in Dialekt und Standardsprache im Kontext von Mehrsprachigkeit. Zusammenfassung für die trinationale Tagung vom 23. November 2019 in Rorschach.

In der Schweizer Gemeinde Samnaun im Kanton Graubünden wird seit dem Sprachwechsel vom Rätoromanischen zum Deutschen im 19. Jahrhundert ein südbairischer Dialekt gesprochen (vgl. z. B. Gröger 1924, Sonderegger 2003: 2839), wie ihn die direkten Nachbar:innen im angrenzenden österreichischen Bundesland Tirol sprechen. Die Einwohner:innen der hinter einer Bergkette gelegenen nächsten Schweizer Gemeinde Valsot sprechen nach wie vor mehrheitlich ihr romanisches Idiom (vgl. Gemeinde Valsot o. J.). Bis anfangs des 20. Jahrhunderts war Samnaun ganzjährig nur über einen Ochsenkarrenweg von Tirol her erreichbar; in die Schweiz gelangte man bis zur Eröffnung einer ganzjährig befahrbaren Strasse 1912 nur zu Fuss über einen Bergpass. Die Eröffnung der Strasse veränderte die ökonomischen Rahmenbedingungen Samnauns: So sorgt u. a. ein gemeinsames Skigebiet mit Ischgl (Tirol) für florierenden Wintertourismus mit Gästen insbesondere aus der restlichen Schweiz und Deutschland.

Die vermehrten Kontakte zu Deutschschweizer:innen sowie das Aufkommen von Radio und Fernsehen im Verlauf des 20. Jahrhunderts veränderten letztlich auch die Samnauner Sprachsituation. Bereits 1985 merkte Gabriel an, dass die Umgangssprache „gegenüber Ortsfremden“ Schweizerdeutsch sei und der bairische Basisdialekt „schon ganz in den Intimbereich zurückgedrängt“ (Gabriel 1985: 47). Eine aktuelle Studie (Oberholzer 2020; in Vorb.) zeigt, dass die Samnauner:innen nach wie vor über einen stabilen südbairischen Basisdialekt verfügen, daneben aber auch Schweizerdeutsch, also eine alemannische Varietät, sowie Standarddeutsch (und teilweise eine Zwischenvarietät auf der Dialekt-Standard-Achse) sprechen.

Im Vortrag wird der Fokus auf den südbairischen Ortsdialekt und das Alemannische der Samnauner Bevölkerung gelegt. Anhand aktueller Sprachgebrauchsdaten wird der Frage nachgegangen, welche Spuren der Kontakt zwischen den beiden Varietäten hinterlassen hat, inwiefern das Südbairische alemannische Interferenzen aufweist und welche Beschaffenheit das Schweizerdeutsche der Samnauner Sprecher:innen hat.

Literatur

Gabriel, Eugen (1985): Einführung in den Vorarlberger Sprachatlas mit Einschluß des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus (VALTS). Bregenz: Vorarlberger Landesregierung.

Gemeinde Valsot (o. J.): Geschichte: Gemeinde Valsot. Online unter: https://www.valsot.ch/de/portrait/geschichte.html/12 <09.03.2022>.

Gröger, Otto (1924): Der Lautstand der deutschen Mundart des Samnauns verglichen mit jenem der benachbarten Tiroler Mundarten. In: Zeitschrift für Deutsche Mundarten Heft 1/2, S. 103–144.

Oberholzer, Susanne (2020): Sprachliche Variation im bairisch-rätoromanischen Kontaktgebiet. In: Hahn, Matthias et al. (Hrsg.): Dynamik in den deutschen Regionalsprachen: Gebrauch und Wahrnehmung. Hildesheim: Olms (= Germanistische Linguistik 250–251), S. 149–173.

Oberholzer, Susanne (in Vorb.): Bairisch-alemannischer Sprachkontakt. Das Spektrum der sprachlichen Variation in Samnaun.

Sonderegger, Stefan (2003): Aspekte einer Sprachgeschichte der deutschen Schweiz. In: Besch, Werner et al. (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. 2. Auflage. Berlin/New York: de Gruyter (= HSK 2.3), S. 2825–2888.

Programm

Die Tagung beginnt am Mittwoch, 7. September um 9 Uhr (Registrierung ab 8 Uhr) und endet am Freitag, 9. September, am Nachmittag. 

Am Vorabend der Tagung (Dienstag, 6. September) findet ab 18.30 Uhr ein Warm-up in der Werkstatt Chur statt.

Am 8. September findet das Conference Dinner im Restaurant Marsöl in Chur statt. In diesem Rahmen wird der Bündner Multiinstrumentalist und Kabarettist Flurin Caviezel die Anwesenden mit einem Auftritt unterhalten.

Das detaillierte Programm folgt im Frühsommer 2022.

Anmeldung zur Tagung und zum Conference Dinner

Anmeldung zur Tagung

Wir bitten Sie, sich spätestens bis zum 10. Juli 2022 über das ConfTool für die Tagung anzumelden. Bitte berücksichtigen Sie, dass eine Teilnahme an der Tagung ohne vorherige Anmeldung sowie Bezahlung der Tagungsgebühren nicht möglich ist. Eine Barzahlung vor Ort ist aus administrativen Gründen ausgeschlossen.

Der Tagungsbeitrag beträgt

  • 50 CHF für Studierende und Doktorierende (mit Legi/Studierendenausweis)
  • 120 CHF für alle anderen Teilnehmer:innen.

 

Anmeldung zum Conference Dinner

Ebenfalls im ConfTool können Sie sich für das Conference Dinner am 8. September anmelden, das im Restaurant Marsöl (Süsswinkelgasse 25) stattfindet. Bitte entscheiden Sie bei der Anmeldung für das Conference Dinner, ob Sie ein Menü mit Fleisch oder ein vegetarisches Menü essen wollen. Die Kosten für das Drei-Gang-Menü (inklusive Leitungswasser) belaufen sich auf 35 CHF. Unterhalten werden die Anwesenden während des Essens durch den Bündner Multiinstrumentalisten und Kabarettisten Flurin Caviezel.

Anmeldung zur Stadtführung

Am Freitag bieten wir Ihnen die Möglichkeit, im Anschluss an die Tagung an einer Stadtführung durch Churs Altstadt teilzunehmen. Die Führung findet ab 10 Teilnehmer:innen statt und kostet 15 CHF für Vollzahler:innen bzw. 10 CHF für Studierende/Doktorierende. Die Anmeldung findet ebenfalls über das ConfTool statt.

Rechnungsstellung

Sie erhalten nach getätigter Anmeldung von uns eine Rechnung per Post (zahlbar innert 30 Tagen). Bitte geben Sie daher eine Adresse an, an der Sie die Briefpost regelmässig abholen können (allenfalls Privatadresse).

WICHTIG für Teilnehmer:innen aus der EU:

Die Preise sind in Schweizer Franken. Stellen Sie bei der Banküberweisung unbedingt sicher, dass der gesamte Betrag in CHF auf unserem Konto eingeht, allfällige Fremdwährungs- und andere Bankspesen der Auslandüberweisung also vollumfänglich zu Ihren Lasten gehen und uns keinerlei Spesen belastet werden!

Tagungsgebühr und Zahlungskonditionen

Die Tagungsgebühr wird den Teilnehmer:innen in Rechnung gestellt und ist innerhalb von 30 Tagen seit Erhalt der Rechnung zu bezahlen.

Abmeldungen

Allfällige Abmeldungen sind vor Ablauf der in der Ausschreibung festgelegten Anmeldefrist ohne Weiteres möglich. Nach Ablauf der Anmeldefrist sind Anmeldungen verbindlich, berechtigen zur Teilnahme an der Tagung und verpflichten zur Bezahlung der vollen Tagungsgebühr.

In begründeten Fällen kann die Tagungsgebühr ganz oder teilweise erlassen werden. Militärdienst (ausgenommen Assistenz- oder Aktivdienst), Ferien, berufliche oder familiäre Belastung oder Ähnliches gelten nicht als begründete Fälle. Über den Erlass der Kursgebühr entscheidet das Organisationsteam.

Organisation

Die 20. Alemann:innentagung wird von der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und dem Institut für Kulturforschung (ikg) gemeinsam organisiert.

 

Organisationsteam

  • Dr. Susanne Oberholzer, PHGR
  • Dr. Oscar Eckhardt, ikg
  • M.A. Noemi Adam-Graf, ikg
  • MSc Dominique Caglia, PHGR
  • Dragana Damjanovic, PHGR
  • Bernadette Guidon, PHGR

 

Scientific Committee

  • Claudia Bucheli Berger (Universität Zürich/Universität Innsbruck)
  • Katharina Korecky-Kröll (Universität Wien)
  • Simon Pickl (Paris-Lodron-Universität Salzburg)
  • Simon Pröll (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Christoph Purschke (Universität Luxemburg)
  • Verena Sauer (Christian-Albrechts-Universität Kiel)
  • Oliver Schallert (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Hans-Peter Schifferle (Ehemaliger Chefredaktor Schweizerisches Idiotikon)
  • Claudia Schmellentin Britz (FHNW)
  • Philipp Stoeckle (Österreichische Akademie der Wissenschaften)
  • Alexander Werth (Universität Passau)
  • Stephan Elspaß (Universität Salzburg)
  • Stefan Rabanus (Università degli Studi di Verona)
  • Claudia Riehl (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Alfred Lameli (Philipps-Universität Marburg)

Tagungsort: PH Graubünden

Die Tagung findet an der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) in Chur statt.

Chur ist die Haupstadt des Kantons Graubünden, liegt im Südosten der Schweiz und ist die älteste Stadt des Landes.

Die PH Graubünden ist ist die einzige dreisprachige Pädagogische Hochschule der Schweiz und bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre Studiengänge in allen drei Kantonssprachen (Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch) zu absolvieren.

Die Forschung an der PH Graubünden befasst sich mit aktuellen Themen im schulischen Umfeld. Im Bereich Sprachen befindet sich seit 2019 eine Sonderprofessur für Integrierte Mehrsprachigkeitsdidaktik im Aufbau, die für die Organisation der 20. Alemann:innentagung (in Kooperation mit dem Institut für Kulturforschung Graubünden) verantwortlich ist.

 

Lage der PH Graubünden

Die PH Graubünden befindet sich an der Scalärastrasse 17 in Chur: zum Lageplan.

 

Information zur Situation aufgrund der Corona-Pandemie

Wir planen, die Tagung vor Ort an der Pädagogischen Hochschule in Chur durchzuführen.

Anreise

Chur ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar.

Wir empfehlen die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, da die Parkplätze der PH Graubünden unter der Woche nur Fahrzeugen mit Bewilligung zur Verfügung stehen.

 

Anreise mit dem öffentlichen Verkehr

Anreise zum Bahnhof Chur

Für Informationen zur Anreise zum Bahnhof Chur und von dort weiter zur PH Graubünden empfehlen wir den Fahrplan der Schweizerischen Bundesbahnen SBB.

 

Anreise vom Bahnhof Chur zur PH Graubünden

  • Bus Nr. 3 ab Bahnhof Richtung Masans/Haldenstein/Untervaz bis Haltestelle «Weisstorkel», dann Weisstorkelgasse bergwärts gehen.
  • Bus Nr. 4 ab Bahnhof Richtung Spitäler/Altersheim bis Haltestelle «Waldhaus», dann die Scalärastrasse hinunter.

Fahrplan Stadtbus Chur: https://churbus.ch/

 

Billette für den Chur Bus

Für Informationen zu den Einzelbilletten und Tageskarten für den Chur Bus verweisen wir auf die Webseite von Chur Bus. Ab zwei Fahrten pro Tag lohnt sich der Kauf einer Tageskarte für 6 CHF. Billette können am Bahnhof, im Bus oder im Voraus online gekauft werden.

 

Anreise mit dem Auto

Autobahn A13 bei der Ausfahrt Chur Nord verlassen, stadteinwärts rund 1 km auf der Masanserstrasse fahren, dann links in die Scalärastrasse einbiegen

Die Parkplätze der Pädagogischen Hochschule stehen von Montag bis Freitag (07:30-17:30) ausschliesslich Fahrzeugen mit Bewilligung zur Verfügung. Parkmöglichkeiten finden Sie an der Scalärastrasse, der Cadonaustrasse, bei der Heiligkreuzkirche (Einfahrt Giacomettistrasse) und im Parkhaus beim Kantonsspital Graubünden. Alle angegebenen Parkmöglichkeiten liegen nur wenige Gehminuten von der Pädagogischen Hochschule entfernt.

Unterkunft

Die folgenden Hotels in Chur können wir empfehlen. Einige bieten Ihnen Spezialkonditionen, wenn Sie erwähnen, dass Sie eine Tagung an der Pädagogischen Hochschule besuchen. Sie sollten in diesem Fall nicht online buchen, sondern per E-Mail oder Telefon reservieren.

Wir empfehlen Ihnen, die Zimmerreservation frühzeitig vorzunehmen. Alle Hotels sind mit dem Churer Stadtbus gut zu erreichen.

 

Unterkünfte mit Preisanlass für Tagungsteilnehmende

Romantik Hotel Stern****

Traditionelles Hotel in der Altstadt von Chur – sehr komfortabel. Sie erhalten einen Preisnachlass von 12 %, wenn Sie einen Anlass an der PHGR besuchen.
Standard-Zimmer: CHF 127.00

Reichsgasse 11
7000 Chur
Telefon 081 258 57 57
E-Mail: stern@romantikhotels.com
https://www.stern-chur.ch/

 

Hotel ABC****

Modernes Hotel in Chur beim Bahnhof– sehr komfortabel. Sie erhalten einen Preisnachlass, wenn Sie einen Anlass an der PHGR besuchen.
Standard-Zimmer: CHF 138.00 (statt 163.00)

Ottostrasse 8
7000 Chur
Telefon: 081 254 13 13
E-Mail: abc@hotelabc.ch
https://www.hotelabc.ch/de/Hotel-ABC

 

Hotel Chur***

Traditionelles Hotel in Chur – Mittelklasse. Sie erhalten einen Preisnachlass von 10 %, wenn Sie einen Anlass an der PHGR besuchen.
Einzelzimmer CHF 93.00 (Budget) bis CHF 125.00 (Comfort) vor Preisnachlass.

Welschdörfli 2
7000 Chur
Telefon: 081 254 34 00
E-Mail: info@hotelchur.ch
https://www.hotelchur.ch/

 

Unterkünfte ohne Preisnachlass

Hotel Freieck***

Traditionelles Hotel in der Altstadt – Mittelklasse. Einzelzimmer: CHF 100.00 bis 140.00

Ambiente Hotel Freieck
Reichsgasse 44
7000 Chur
Telefon: 081 255 15 15
E-Mail: hotel@freieck.ch
https://www.freieck.ch/de/

 

Hotel Drei Könige

Traditionelles Hotel in der Altstadt – Mittelklasse. Einzelzimmer: CHF 100.00 bis 140.00

Reichsgasse 18
7000 Chur
Telefon: 081 354 90 90
E-Mail: info@dreikoenige.ch
https://www.dreikoenige.ch/de/

 

Hotel Ibis Chur**

Modernes Hotel einer Hotelkette. Einzelzimmer: ab CHF 112.00

Richtstrasse 19
7000 Chur
081 252 60 60
https://ch.hotels.com/ho179274/ibis-chur-chur-schweiz/

 

Viva Hostel (Jugendherberge)

Jugendherberge
Privatzimmer: ab CHF 88.00
Mehrbettzimmer: ab CHF 40.00

Welschdörfli 19
7000 Chur
Telefon: 079 836 05 24
https://viva-hostel.ch/viva-hostel/

 

Private Unterkünfte

Airbnb

 

Wohnheim Scalära

Das Wohnheim Scalära ist unmittelbar neben der PH Graubünden und bietet Zimmer für Studierende und Gäste mit Etagen-Bad. Preise ca. CHF 50.00

Kontaktadresse:

Oliver Wirz
Tel: 081 257 58 58
Mail: oliver.wirz@ahb.gr.ch

 

Für weitere Unterkunftsmöglichkeiten verweisen wir auf die Webseiten von Chur Tourismus (HotelsBed and Breakfasts und PensionenFerienwohnungen) und Graubünden Tourismus.

Finanzierung

Die 20. Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie wird finanziert durch 

  • Pädagogische Hochschule Graubünden 
  • Institut für Kulturforschung Graubünden 

 

Dieses Projekt wird unterstützt durch den GKB Beitragsfonds.

 

Defizitgarantie durch:

  • SWISSLOS/Kulturförderung Kanton Graubünden 
  • Stadt Chur 

Kontakt

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